Über zwanzig Jahre hat Wolfgang Sieber die Luzerner Orgelfreunde geprägt. Am 18. Mai 2026 verabschiedete ihn der Verein im KKL Luzern – mit Chormusik, eigenen Kompositionen, einer Lasershow und Menschen, die ihn ein Stück seines Weges begleitet haben.
Abschied im KKL
Ein Abend für, mit und von Wolfgang Sieber.
Musik & Liturgie
So fasste die Zeitschrift Musik & Liturgie den Abend zusammen. Das Programm wechselte zwischen Chorwerken, Orgelstücken aus Siebers eigener Feder und persönlichen Erinnerungen. Am Spieltisch sass Wolfgang Sieber, assistiert von Sylvia Käslin Sieber. Die Luzerner Kantorei sang unter der Leitung von Eberhard Rex, und wie schon beim Jubiläumskonzert 2024 führte Sämi Studer durch den Abend.
Die Leitung des Vereins hatte Sieber zu diesem Zeitpunkt bereits weitergegeben: Seit Anfang 2026 führen Suzanne Z’Graggen und Freddie James, beide Orgeldozierende an der Hochschule Luzern, die Orgelfreunde als Co-Präsidium. Der Abend im KKL war der öffentliche Abschied des Gründers aus dem Vorstand.
Chor, Orgel und Laser
Den Auftakt machte die Kantorei mit John Rutters «Wells Jubilate». Darauf folgte Siebers «Örgeli-Boge», ein Stück aus dem Jahr 2025, entstanden zum 100. Todestag von Albert «Bärti» Jütz. Im Lauf des Abends sang der Chor Gabriel Faurés «Cantique de Jean Racine», Ralph Vaughan Williams‘ «O taste and see» und Balfour Gardiners «Evening Hymn». Sieber spielte dazwischen eigene Werke: «Yres‘ Sea Star» und «Dice Cube», beide von 2008, sowie «Creativ».
Bei vier Stücken kam ein weiterer Mitspieler dazu: das Licht. Zu Fauré, «Dice Cube», «Creativ» und zum Schluss zu César Francks «Panis angelicus» zeichneten Laser und Kunstnebel Linien und Flächen in den Konzertsaal. Die Lasertechnik und Programmierung stammten vom Team von lasershows.ch, die technische Koordination von veeyouX.ch; die Projektleitung lag bei Dieter Utz.
Die Werke des Abends
- Chor: John Rutter, «Wells Jubilate» · Gabriel Fauré, «Cantique de Jean Racine»* · Ralph Vaughan Williams, «O taste and see» · Balfour Gardiner, «Evening Hymn» · César Franck, «Panis angelicus»*
- Orgel, Werke von Wolfgang Sieber: «Örgeli-Boge» (2025) · «Yres‘ Sea Star» (2008) · «Dice Cube» (2008)* · «Creativ»*
- * mit Lasershow
Sechs Reminiszenzen
Zwischen den Stücken kamen Weggefährtinnen und Weggefährten zu Wort, jede und jeder mit einer eigenen Erinnerung. Sandra Rupp Fischer erzählte von gemeinsamen Projekten seit ihrer ersten Begegnung vor rund zwanzig Jahren. Arlette Wismer erinnerte an den Goldenen Violinschlüssel, den Sieber 2014 erhalten hatte. Dieter Utz sprach über gemeinsame Jahre und Meisterkurse, Beat Jung, von 2003 bis 2015 Pfarrer am Hof, über den Organisten im Gottesdienst. Flurina Ruoss, einst Klavierschülerin in Wattwil, zeichnete das Bild des Pädagogen, und Markus Sahli erinnerte an gemeinsame Abende mit Musik und Wort.
So entstand im Lauf des Abends ein Porträt aus vielen Blickwinkeln: der Kirchenmusiker, der Lehrer, der Komponist, der Ideengeber. Für einen Moment, den Sieber nicht erwartet hatte, sorgte Sandra Rupp Fischer: Sie überreichte ihm die Orlando-di-Lasso-Medaille.
Zum Schluss: Panis angelicus
Das letzte Wort hatte der Chor. Mit Francks «Panis angelicus», getragen von der Kantorei und begleitet vom Laserlicht, ging der Abend zu Ende. Ein passender Schluss für einen Musiker, der die Orgel immer wieder mit Neuem zusammengebracht hat: vertraute Kirchenmusik, in einem Licht, das ganz von heute ist.
Mitwirkende
- Orgel: Wolfgang Sieber, assistiert von Sylvia Käslin Sieber
- Chor: Luzerner Kantorei, Leitung Eberhard Rex
- Moderation: Sämi Studer
- Reminiszenzen: Sandra Rupp Fischer, Arlette Wismer, Dieter Utz, Beat Jung, Flurina Ruoss, Markus Sahli
- Laser: lasershows.ch · Technik veeyouX.ch · Projektleitung Dieter Utz
Das ganze Konzert
Das ganze Konzert ist auf dem YouTube-Kanal ORGELSPACE dokumentiert, mit Kapitelmarken zu allen Stücken und Reminiszenzen.